Einweg

Wir alle kennen sie – Bilder von verwaisten Festivalgeländen, übersät mit Einwegbechern aus Plastik. Und wer räumt das jetzt auf?

Wer Einwegbecher verwendet, nutzt für jedes Getränk ein neues Gefäß und damit zusätzliche Ressourcen. Nach dem kurzen Genuss landen die Becher bestenfalls im Abfalleimer, häufig jedoch im öffentlichen Raum oder in der Natur. Der Personalaufwand, solche Müllberge zu beseitigen, ist immens und vermeidbar.

Werden Einwegbecher zusammen mit anderem Restmüll gesammelt, dann endet ihr kurzes Produktleben in der Abfallverbrennung – eine gigantische Ressourcenverschwendung. Die Verbrennung entspricht lediglich der vorletzten Stufe der gesetzlich festgelegten Abfallhierarchie und Mehrwegbecher durch ihren Beitrag zur Abfallvermeidung der obersten.

Einwegbecher bestehen in der Regel aus den fossil basierten Kunststoffen Polystyrol (PS) oder Polyethylenterephthalat (PET) oder aus dem biologisch abbaubaren Kunststoff Polymilchsäure (PLA).

PET/PS

Rohölbasierte Einwegplastikbecher werden zumeist mit dem Restabfall in Müllverbrennungsanlagen verbrannt. Eine getrennte Erfassung, die ein stoffliches Recycling ermöglichen würde, findet in der Regel nicht statt. Die Abfallverbrennung ist auch unter Berücksichtigung der Energiegewinne aus der thermischen Verwertung im Vergleich zum Recycling die deutlich schlechtere Entsorgungsvariante. Ein Einwegbecher aus PET erzeugt mehr als drei Mal so viele CO2-Emissionen wie sein Mehrwegpendant. Bei PS-Einwegbechern ist es sogar die fünffache Menge.

PLA

Hersteller, Lieferanten und Großabnehmer von biologisch abbaubaren Kunststoffen aus nachwachsenden Rohstoffen schreiben ihren Produkten eine Vielzahl von Vorteilen zu. So werden PLA-Einwegbecher als vermeintlich „CO2-Neutral“ beworben. Polymilchsäure ist jedoch ein Biokunststoff, der überwiegend aus Produkten der intensiven Landwirtschaft gewonnen wird. Richtig ist, dass der reine Pflanzenrohstoff in Biokunststoffen klimaneutral ist. Die rohstoff- und energieintensive industrielle Agrarwirtschaft und Verpackungsherstellung sowie die von Bioplastik-Herstellern empfohlene Kompostierung sind jedoch Aktivitäten, die umweltschädliche Emissionen von Klimagasen wie CO2, Methangas oder Lachgas in erheblichem Ausmaß verursachen.

PLA-Einwegbecher werden zwar als biologisch abbaubar beworben, allerdings bauen sich diese unter Bedingungen in der Umwelt nur ähnlich langsam ab wie herkömmliches Plastik. Werden die Becher unter optimalen industrietechnischen Bedingungen kompostiert, dann entsteht überwiegend CO2 und Wasser. Dabei werden jedoch keine signifikanten Mengen an Nährstoffen freigesetzt oder Bodensubstrat aufgebaut. Die Kompostierung der PLA-Becher ist somit eine nutzlose Entsorgungsleistung.

Auch eine Vergärung der Einwegbecher erbringt im Vergleich zur Verbrennung keinen signifikanten Vorteil, weil der Beitrag zur Methanbildung begrenzt ist. Tatsächlich landen PLA-Becher häufig in der Abfallverbrennung. Einwegbecher aus PLA weisen insgesamt eine schlechtere Klimabilanz als vielfach wiederverwendete Mehrwegbecher auf.