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Mehrweg

Für Heißgetränke unterwegs gibt es zwei klimafreundliche Lösungen – Poolbecher mit Pfand und Individualbecher. Und als dritte Option bleibt immer noch der coffee2stay aus der guten alten Porzellantasse.

Poolbecher mit Pfand

Den Kaffee in der Bäckerei vor der Haustür kaufen, auf dem Weg zur Arbeit trinken und den Becher dann ganz einfach in einem Café wieder abgeben - so funktionieren Poolbecher mit Pfand. Sie kombinieren die einfache Handhabung von Einweglösungen mit dem klimafreundlichen Mehrwegansatz.

Poolbecher bestehen in der Regel aus Kunststoff, zum Beispiel Polypropylen (PP). Sie sind vom Design möglichst einfach gehalten, um die Stapelfähigkeit nicht zu beeinträchtigen und die Spülprozesse zu optimieren. Ein Pfand sorgt dafür, dass die Becher zur erneuten Befüllung wieder zurückgegeben werden.

In Deutschland gibt es inzwischen einige Anbieter regionaler Mehrwegsysteme für Coffee-to-go-Becher. So vernetzt beispielsweise das junge Start-Up-Unternehmen reCup inzwischen mehr als 1.500 Cafés miteinander, die alle denselben Poolbecher verwenden.

Mit einem Pool-Bechersystem hat jeder Verbraucher die Möglichkeit den bepfandeten Becher nach der Nutzung in einem am Mehrwegsystem teilnehmenden Café schnell wieder abzugeben. Das stärkt die Akzeptanz von Mehrwegalternativen und macht sie massenmarkttauglich.

Soweit Platz und Technik vorhanden ist, spülen die Cafés Mehrwegbecher selbst. Falls die Spülung nicht selbst geleistet werden kann, übernehmen diese Dienstleistung Systemanbieter, welche zumeist auch einen Becherausgleich zwischen den am Mehrwegsystem teilnehmenden Filialen sicherstellen.

Mehrwegbecher können problemlos mehrere hundert Mal wiederverwendet werden. Nach ihrem langen Produktleben werden sie recycelt und als Ausgangsmaterial zur Herstellung anderer Produkte verwendet.

Den FairCup Pool-Mehrwegbecher aus Göttingen können Verbraucher sogar an Pfandrücknahmeautomaten in Supermärkten zurückgeben. Darüber hinaus kommt der FairCup inzwischen auch außerhalb des Heißgetränkebereichs zum Einsatz. So können Verbraucher Waren von der Frischetheke in den Mehrwegbecher abfüllen.

Individualbecher

Deinen eigenen Individual-Mehrwegbecher kannst du überallhin mitnehmen und auch fast überall befüllen lassen. Viele Cafés und Bäckereien bieten Ermäßigungen für mitgebrachte Becher an. Durch die regelmäßige Wiederbefüllung sparst du Ressourcen ein und schützt so das Klima.

Weil ein Mehrwegbecher mehrere hundert Male wiederverwendet werden kann, sind die Umweltauswirkungen seiner Herstellung über die gesamte Produktlebensdauer vergleichsweise gering. Entscheidend für die ökologische Bewertung ist der Vergleich der Herstellung eines Einwegbechers mit der Reinigung eines Mehrwegbechers. Durch die Wiederbefüllung eines Mehrwegbechers werden im Vergleich zur Einwegbecherherstellung Wasser, Energie, Chemikalien und der Ausstoß schädlicher Klimagase eingespart.

Die Wiederbefüllung von Verbrauchern mitgebrachten Mehrwegbechern ist aus Hygienegesichtspunkten problemlos umsetzbar. Das Bundesinstitut für Risikobewertung und der Bund für Lebensmittelrecht haben entsprechende Hygieneleitfäden zur Handhabung veröffentlicht. Somit ist der eigene Mehrwegbecher ein zuverlässiger und klimaschonender Begleiter für den Coffee-to-go.

Individualbecher können aus Kunststoff, Porzellan, Edelstahl oder anderen Materialien bestehen. Deren Eigenschaften sollten gut zum Einsatzzweck passen. Auf dem Bau oder für den Briefträger eignen sich besonders gut isolierende und stoßfeste Materialien, wie zum Beispiel Kunststoff oder Edelstahl. Porzellanbecher bestechen durch eine edle Optik und Haptik und lassen sich sehr gut in Kantinen einsetzen. Abzuraten ist von Produkten aus nachwachsenden Rohstoffen. Diese enthalten häufig mehr Plastik oder mineralische Füllstoffe als biobasierte Materialien. Sogenannte Bambusbecher enthalten zumeist große Mengen des Kunststoffes Melamin. Bei Temperaturen über 70 Grad Celsius besteht die Möglichkeit, dass Formaldehyd in das Getränk abgegeben werden kann.

Coffee2stay

Die klassische Mehrweglösung ist der Coffee2stay aus der Porzellan- oder Keramiktasse. Einfach vor Ort entspannen und den Kaffee ganz ohne Hektik genießen.

Die Herstellung einer Porzellan- oder- Keramiktasse ist zwar mit einem hohen Energieaufwand verbunden. Dieser relativiert sich aber bei der überaus häufigen Nutzung im Cafébetrieb. Gespült wird zumeist in Spülmaschinen. Dies ist die klimafreundlichste Reinigungsmethode, denn sie minimiert Wasser- und Stromverbrauch. Lediglich 80 bis 120 Milliliter Wasser verbraucht das Spülen eines Porzellanbechers mit einer modernen Spülmaschine.